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| Wer war es ? | |
| Portrait |
Elektrizität wird transportabel: Aus Experimenten mit Froschschenkeln wird eine
effiziente Gleichspannungsquelle
Unser Autor wurde am 18. Februar 1745 in Como in Oberitalien geboren. Er entstammte einer adeligen Familie mit engen Verbindungen zu Kirchenkreisen und wurde zunächst in einem Jesuitenkolleg, dann in einem Seminar erzogen. Schon früh interessierte er sich für die Phänomene der Elektrizität. Zusammen mit einem Freund führte er die verschiedensten Experimente durch. Als Elektrizitätsquelle diente unter anderem ein Blitzableiter, der der erste in Como gewesen ein soll. Mit 28 Jahren trat unser Autor in Briefwechsel mit Giambatista Beccaria, dem damals führenden italienischen Forscher auf dem Gebiet der Elektrizität. Er widmete sich nun ganz der Erforschung der Elektrostatik und wurde mit seinen Ergebnissen schon um 1770 international bekannt. Er erkannte den Begriff der elektrischen Spannung neben dem der Ladung als wichtiges Konzept zum Verständnis der Elektrizität. 1775 wurde er Professor für Experimentalphysik am Gymnasium in Como, 1778 erhielt er einen Ruf als Professor an die Universität von Pavia. Hier fanden seine Vorlesungen einen solchen Zuspruch, daß eigens für ihn und seine Instrumente ein neuer Vorlesungssaal eingerichtet wurde, der noch heute genutzt wird und seinen Namen trägt. Auf Reisen nach Frankreich, die Schweiz, England und Deutschland pflegte unser Autor einen regen wissenschaftlichen Gedankenaustausch, unter anderem mit Lichtenberg in Göttingen, der heute weniger für seine Experimente zur Elektrizität als für seine geistreichen und spöttischen Aphorismen bekannt ist. Unser Autor nutzte diese Kontakte auch, um seine große Sammlung wissenschaftlicher Instrumente zu vervollständigen. 1791 veröffentlichte der Arzt Luigi Galvani aus Bologna die Ergebnisse seiner physiologischen Experimente mit Nerven- und Muskelgewebe von Froschschenkeln. Galvani war überzeugt, eine neue Quelle "tierischer Elektrizität" entdeckt zu haben. Unser Autor griff diese Resultate sofort mit großem Interesse auf. Seine eigenen Experimente führten ihn aber rasch zu der Erkenntnis, daß die Quelle der Elektrizität in den "galvanischen Elementen" nicht das organische Muskelgewebe war, sondern vielmehr der Kontakt unterschiedlicher Metalle. Er ordnete die Metalle in einer Spannungsreihe an und konstruierte ausgehend von seinen Erkenntnissen eine Säule, die als Reihenschaltung galvanischer Elemente hohe, konstante Gleichspannungen erzeugen konnte. Zwar entging unserem Autor der Unterschied zwischen der Kontaktspannung zwischen Metallen und dem Prinzip der elektrochemischen Spannungserzeugung in seiner Säule, doch hatte er mit dieser Säule den Prototypen moderner Batterien erfunden. Mit dieser Entdeckung wurde es erstmals möglich, stationäre Gleichströme zu erzeugen und zu untersuchen. Während des französischen Einmarschs in Italien 1796-1800 wurde bei der Plünderung Pavias auch das Labor unseres Autors zerstört. Zwar stand er den französischen Machtansprüchen kritisch gegenüber, war aber dennoch kurze Zeit als Beamter für die neue Regierung tätig. 1801 reiste er nach Paris, um vor der Akademie der Wissenschaften seine elektrostatischen Experimente und seine Säule vorzuführen. Napoleon hatte an diesen Demonstrationsvorlesungen teilgenommen und war so begeistert, daß er ihm ein hohes Stipendium für die weitere "Erforschung des Galvanismus" verlieh und zum Grafen und Senator des Königreichs Italien ernannte. Unser Autor war nun ein angesehener und wohlhabender Mann. Er wurde Mitglied der bedeutendsten wissenschaftlichen Gesellschaften Europas. Heute erinnert nicht nur ein Denkmal in seiner Heimatstadt Como an ihn, wo er am 5. März 1827 starb. Durch die seit 1881 international anerkannte Einheit der elektrischen Spannung ist sein Name schon jedem Schulkind bekannt. |
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Unter den richtigen Einsendungen haben wir 5 Exemplare des Werkes des Autors
verlost, das in der Reihe Ostwalds Klassiker im Verlag Harri Deutsch
erhältlich ist.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. |
| Auflösung | Die Auflösung des Rätsels und die Liste der Gewinner finden Sie hier. |
| 06.10.2001 © Verlag Harri Deutsch, Gräfstraße 47, D-60486 Frankfurt am Main, Tel. (069) 77015860, Fax (069) 77015869 |