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| Wer war es ? | |
| Portrait |
Die Farben der Sterne und ein berühmtes Diagramm - ein Astronom erschließt das moderne Bild der Sternenwelt.
Unser Autor wurde am 8. Oktober 1873 in Frederiksberg, damals eine Vorstadt von Kopenhagen, geboren. Sein Vater hatte Astronomie studiert, aber trotz einer preisgekrönten Dissertation keine Anstellung in seinem Fach gefunden. Daher riet er seinem Sohn, für sein Studium auf jeden Fall ein anderes Fach zu wählen, das einen einträglicheren "Brotberuf" ermöglichen würde. Unser Autor erwarb also einen Abschluß in Chemie am Kopenhagener Polytechnikum und arbeitete einige Jahre in einer dänischen Chemiefabrik in St. Petersburg. 1901 wechselte er nach Leipzig, um dort bei Wilhelm Ostwald eine Promotion in seinem Fach anzugehen. Doch zerschlug sich dieses Vorhaben rasch, als 1902 sein Bruder starb und er sich entschloß, zu seiner Mutter nach Kopenhagen zurückzukehren. In seiner Freizeit widmete er sich nun intensiv wissenschaftlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit seinem Hobby, der Fotografie. Vor allem interessierte er sich für die spektrale Empfindlichkeit von Photoplatten, einem Problem, das auch für den damals gerade aufkommenden Einsatz der Fotografie in der Astrophysik sehr wichtig war. Doch erst die Freundschaft mit einem jungen Wissenschaftler an der Urania-Sternwarte, einem bekannten privaten Observatorium in Kopenhagen, weckte das Interesse unseres Autors für die Astronomie, die Wissenschaft, die sein ganzes weiteres Leben bestimmen sollte. Ab 1905 versuchte er in intensiver Arbeit, einen möglichen Zusammenhang zwischen der absoluten Helligkeit der Sterne und ihrem Spektrum, also ihrer Farbe, zu finden. Schon bald nach ihrer Entdeckung durch Kirchhoff und Bunsen war die Spektralanalyse auch auf das Licht der Sterne angwandt worden, um Aufschluß über die chemische Zusammensetzung und den Aufbau der Sterne zu geben. Man hatte verschiedene typischen Spektralklassen gefunden, die mit der Temperatur der Sterne verknüpft werden konnten, und vermutete einen Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte der Sterne. Durch eine sehr sorgfältige Analyse von bereits bekannten Sterndaten fand unser Autor zwei wichtige Zusammenhänge zwischen Leuchtkraft und Spektralklasse: Zum einen nimmt die absolute visuelle Helligkeit einer großen Klasse von Sternen mit ihrer Farbe von blau nach rot linear ab, - dies sind die heute als Hauptreihensterne bekannten Sterne - zum anderen gibt es zwei Klassen roter Sterne, die sich in ihrer Helligkeit sehr stark unterscheiden, in ihrer Masse jedoch nicht wesentlich verschieden sind - dies sind neben den roten Hauptreihensternen die "Roten Riesen". Unabhängig von unserem Autor entdeckte wenig später der amerikanische Astrophysiker Henry Norris Russel denselben Zusammenhang. Russel veröffentlichte auch die erste graphische Darstellung der Verteilung der Sterne gemäß Spektralklasse und absoluter Helligkeit. Dieses Diagramm trägt heute die Namen seiner beiden Entdecker und gilt als eines der wichtigsten Zustandsdiagramme der modernen Astrophysik. Für unseren Autor hatten seine Untersuchungen entscheidende Konsequenzen: er wurde, was seinem Vater verwehrt geblieben war, zu einem Berufsastronomen. Der Göttinger Astronom Karl Schwarzschild war auf ihn aufmerksam geworden und verschaffte ihm eine Anstellung zunächst bei ihm in Göttingen, dann im astrophysikalischen Observatorium in Potsdam. 1919 wechselte unser Autor zur holländischen Sternwarte nach Leiden, wo er 1935 als Nachfolger von Willem de Sitter zum Direktor wurde. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1946 kehrte er in seine Heimat nach Dänemark zurück. Die Entwicklung der Astronomie verfolgte er jedoch noch fast bis zu seinem Tod 1967 aktiv weiter. In seiner Laufbahn als professioneller Astronom sind unserem Autor noch viele wichtige Entdeckungen gelungen, so etwa die erste Bestimmung der Entfernung zur Kleinen Magellanschen Wolke mit Hilfe der damals neuen Methode der Cepheiden-Sterne und die Aufstellung einer Beziehung zwischen Masse und Leuchtkraft der Hauptreihensterne. Doch bekannt ist er heute vor allem durch das Diagramm, das den Zusammenhang zwischen Farbe und Leuchtkraft der Sterne darstellt, den er in akribischer Schreibtischarbeit als Hobby-Astronom gefunden hat. |
| Wer war es? |
Unter den richtigen Einsendungen haben wir 5 Exemplare des Werkes des Autors
verlost, das in der Reihe Ostwalds Klassiker im Verlag Harri Deutsch
erhältlich ist.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. |
| Auflösung | Die Auflösung des Rätsels und die Liste der Gewinner finden Sie hier. |
| 04.07.2001 © Verlag Harri Deutsch, Gräfstraße 47, D-60486 Frankfurt am Main, Tel. (069) 77015860, Fax (069) 77015869 |