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Am Morgen des 8. August tritt auf dem 2. Internationalen Mathematiker-Kongress
in Paris der noch junge, aber durch seine Arbeiten zur algebraischen Zahlentheorie
und den Grundlagen der Geometrie bereits weltbekannte Göttinger Wissenschaftler
David Hilbert ans Rednerpult. Er spricht auf Deutsch - ein französisches Manuskript seines
Vortrages wurde zuvor im Auditorium verteilt.
Einen vergleichbaren Vortrag hat weder vor ihm noch nach ihm je ein Mathematiker
gehalten: Hilbert stellt eine Liste von 23 konkreten Problemen aus allen Bereichen
der Mathematik auf - von der Mengenthorie und Logik über Zahlentheorie und
Geometrie bis hin zur Variationsrechnung - deren Bearbeitung und
Lösung seiner Ansicht nach einen entscheidenden Fortschritt für die
Entwicklung der Mathematik bedeuten.
Einige dieser Probleme konnten gelöst werden, andere erwiesen sich als prinzipiell
nicht lösbar, manche sind auch heute, nach 100 Jahren, noch ungelöst, wie
etwa die Riemannsche Vermutung zu den Nullstellen der Zeta-Funktion, die eine große Rolle
für die Verteilung der Primzahlen spielt.
Hilberts Vortrag, der wegweisende Impulse für die Entwicklung der Mathematik im 20. Jahrhundert
gab, ist in der Reihe "Ostwalds Klassiker der exakten
Naturwissenschaften" erschienen. Der Band enthält neben dem Text der Rede
zu jedem der 23 Probleme Kommentare und Erläuterungen namhafter russischer Mathematiker,
die den Stand der Forschung im Jahre 1970 beschreiben und eine auch heute noch aktuelle
Einführung in die behandelten Problemkreise liefern. Die Hilbertschen Probleme werden so
jedem mathematisch Interessierten zugänglich gemacht.
David Hilbert:
Die Hilbertschen Probleme
4. Auflage 1998,
302 Seiten, kartoniert, div. Abb.,
DM 38,00 ISBN 3-8171-3401-0
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