| Lautenschläger u.a.: DeskTop · Chemie | © 2001 Verlag Harri Deutsch |
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27.6.3 | Platin und Platinverbindungen | |
Symbol: Pt [platina (span.) kleines Silber].
Entdeckung: im 17. Jhdt. durch kolumbianische Goldsucher; erstmals 1748 erwähnt durch ANTONIO DE ULLOA (Spanien); in Europa bekanntgemacht 1750 durch WILLIAM WATSON (England).
Vorkommen: meist elementar und mit anderen Platinmetallen legiert in "Platinerzen", oft in Flußsanden.
Herstellung: Aus einer Lösung von Rohplatin in Königswasser fällt man nach Reinigung mit Kalkmilch durch Ammoniak das Hexachloroplatinat(IV), das beim Glühen reinen Platinschwamm hinterläßt.
Eigenschaften: (siehe auch Tabelle 27-3) Platin ist ein silberweißes, ziemlich weiches, dehnbares, zähes, in der Hitze gut schmied- und schweißbares Metall, dessen Schmelze (wie Silber) leicht Sauerstoff aufnimmt und beim Abkühlen unter Verspritzen wieder abgibt. Durch Zulegieren von Iridium wird es härter und noch zäher.
Platin ist gegenüber den meisten Säuren beständig, löst sich jedoch leicht in Königswasser zu Hexachloroplatin(IV)-säure. Platin wird jedoch auch von vielen Schmelzen (Alkalihydroxide, Peroxide, Nitrate, Cyanide u.a.) sowie von Ruß allmählich angegriffen, was beim Umgang mit Platintiegeln zu beachten ist (keine leuchtende Flamme anwenden, stets in der Oxidationszone der Flamme erhitzen!).
Ähnlich dem Palladium, nur in etwas geringerem Maße, absorbiert auch Platin (besonders in feinverteilter Form als "Platinschwarz" und "Platinmohr") Wasserstoff; ein rotglühendes Platinblech ist für Wasserstoff praktisch durchlässig. Da auch Sauerstoff absorbiert wird und im Platin wie Wasserstoff in aktiviertem Zustand enthalten ist, eignet sich Platin sowohl als Oxygenierungs- als auch als Hydrierungs- und Dehydrierungskatalysator. Es ist jedoch zu beachten, daß Platinkatalysatoren leicht "vergiftet" werden.
Verwendung: für Laborgeräte (Tiegel, Elektroden u.a.), Schmuckwaren und als Katalysator, z.B. für Kraftfahrzeugabgase.
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