Lautenschläger u.a.:  DeskTop · Chemie © 2001 Verlag Harri Deutsch 

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16.5   Tellur und Tellurverbindungen

 

Tellur (Symbol Te) [von tellus (lat.) Erde; vgl. Selen] begleitet Selen und Schwefel in Sulfiden, ist jedoch seltener als Selen.
Entdeckt 1782 durch FRANZ JOSEF MÜLLER VON REICHENSTEIN  in siebenbürgischen Golderzen.

Tellur (siehe auch Tabelle 16-1) bildet silberweiß-metallische, weiche, jedoch spröde Kristalle mit Halbleitereigenschaften; goldgelber Dampf; aus Lösungen (z.B. von Tellurwasserstoff, H2Te) schlägt es sich als braunes Pulver nieder;
Herstellung aus dem Anodenschlamm der elektrolytischen Kupferraffination (bis 4 % Gehalt) und aus den Röstgasen sulfidischer Erze; verbrennt mit blaugrüner Flamme zu Tellurdioxid; wird auch durch konzentrierte Salpetersäure zu Tellurdioxid oxidiert.
Tellur und seine Verbindungen sind sehr giftig; im menschlichen Körper bildet sich Dimethyltellur, (CH3)2Te, das Atemluft und Schweiß einen langanhaltenden, penetranten Knoblauchgeruch verleiht.

Tellurwasserstoff, Tellan, H2Te:
farbloses, sehr giftiges, zersetzliches Gas; verbrennt mit blaugrüner Flamme zu einem Rauch von Tellurdioxid;
ist als Säure stärker, jedoch gegen Luftsauerstoff weit unbeständiger als Selenwasserstoff. Die Salze heißen Telluride. 

Bismuttellurid, Bi2Te3, Blei(II)-tellurid, PbTe, und Antimontellurid, Sb2Te3,
sind in der Raumfahrttechnik für die thermoelektrische Stromerzeugung wichtig geworden;

Quecksilber-cadmium-tellurid
ist in fotoempfindlichem Material für Wärmebildkameras enthalten.

Tellurige Säure, H2TeO3 (Salze: Tellurite), 
ist sehr schwach und spaltet leicht Wasser ab.
Ihr Anhydrid, Tellurdioxid, TeO2, F 733 °C, ist weiß, fest und in Wasser nur wenig löslich; es ist amphoter mit überwiegend saurem Charakter und löst sich sowohl in Alkalilaugen zu Telluriten als auch in Säuren zu kompliziert gebauten Tellur(IV)-verbindungen.

Tellursäure, H6TeO6,
eine im Gegensatz zu Selen- und Schwefelsäure nur sehr schwache Säure, bildet farblose, wasserlösliche Kristalle. Da bereits die 1. Dissoziationsstufe sehr klein ist und die letzte (6.) demnach verschwindend gering, existieren die meisten Salze (Tellurate) nur als Hydrogentellurate; es existiert jedoch Silbertellurat Ag6TeO6.
Das Anhydrid der Tellursäure, Tellurtrioxid, TeO3, ist ein gelbes Kristallpulver.

 

   


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