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15.6

Bismut und Bismutverbindungen

 

Symbol: Bi [bismutum (lat.); der deutsche Name Wismut rührt wahrscheinlich von "Wiesenmutung" her (Wiesen = erzgebirgischer Flurname; Mutung = Anspruch auf bergmännische Erzschürfung)]

Wertigkeiten: +3, (+5), (-3)

Entdeckung: Bismut ist seit etwa 1500 bekannt.

Vorkommen: sehr selten, meist chemisch gebunden. Oft begleitet Bismut Bleierze in geringen Mengen; deshalb ist das handelsübliche Blei meist bismuthaltig.

Minerale:

Bismutglanz (Bismutin)   Bi2S3
Bismutocker (Bismit) Bi2O3

Herstellung: Oxidische Erze werden mit Kohle reduziert, sulfidische mit Eisen verschmolzen; Reinigung durch elektrolytische Raffination (Elektrolyte aus BiCl3 + HCl). Bismut läßt sich durch Zink leicht aus seinen Salzlösungen abscheiden (Spannungsreihe!); auch läßt sich das Oxid im Wasserstoffstrom reduzieren.

Eigenschaften (siehe auch Tabelle 15-1): rötlich-silberglänzendes, bereits bei 271 °C schmelzendes, diamagnetisches Metall. Es ist edler als Wasserstoff und löst sich demnach nicht in verdünnter Salz- und Schwefelsäure, leicht dagegen in Salpetersäure unter Stickoxidentwicklung.

Verwendung: Bismut-Elektroden dienen zur pH-Messung; fast das gesamte übrige Bismut wird zur Herstellung von Verbindungen (besonders für die Pharmazie) und niedrigschmelzenden Legierungen verwendet.

Niedrigschmelzende Bismutlegierungen (die Zahlenangaben bedeuten Massenanteile):

WOODsches Metall (F 70 °C) 7 bis 8 Bi + 4 Pb + 2 Sn + 1 bis 2 Cd
LIPOWITZsches Metall (F 60 °C)   15 Bi + 8 Pb + 4 Sn + 3 Cd
ROSEsches Metall (F 94 °C) 2 Bi + 1 Sn + 1 Pb

 

   


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