| Lautenschläger u.a.: DeskTop · Chemie | © 2001 Verlag Harri Deutsch |
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Thallium, Tl [von thallos (grch.)
grüner Zweig; benannt nach grüner Spektrallinie]: entdeckt 1861 durch
den Engländer WILLIAM
CROOKES im Bleikammerschlamm
einer Harzer Schwefelsäurefabrik. Herstellung aus Pyrit oder
Kupferschiefer. Bleiähnliches, schweres, weiches Metall, das im Gegensatz
zu Gallium und Indium an der Luft rasch anläuft; in Salpetersäure,
HNO3, leicht, in Schwefelsäure,
H2SO4, etwas schwerer löslich; technisch praktisch
noch ohne Bedeutung. Aus seinen Lösungen läßt sich Thallium
(Standardpotential
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= -0,34 Volt) durch
Zink (![]()
= -0,76 Volt) in schönen Kristallen
abscheiden, z.B. gemäß
Tl2SO4 + ZnSiehe auch Tabelle 13-1.ZnSO4 + 2Tl.
Thallium(I)-verbindungen: stark giftig; beständiger als Thallium(III)-verbindungen; sie vereinigen in sich die Eigenschaften von Alkali-, Silber- und Bleiverbindungen.
Thallium(I)-oxid, Tl2O, schwarz (F 300 °C; gelbe Schmelze), hygroskopisch, löst sich in Wasser farblos zur starken Base Thallium(I)-hydroxid, TlOH, einer im festen Zustand gelben Substanz, die bei 100 °C das Oxid rückbildet.
Auch das farblose Thallium(I)-carbonat, Tl2CO3, F 272 bis 273 °C, ist mit alkalischer Reaktion wasserlöslich.
Thallium(I)-fluorid, TlF (farblos, F 327 °C), löst sich sehr leicht in Wasser, während Thallium(I)-chlorid, TlCl (farblos, F 427 °C), Thallium(I)-bromid, TlBr (schwach gelb, F 460 °C), und Thallium(I)-iodid, TlI (gelbe und rote Modifikation, F 442 °C) wie die entsprechenden Silbersalze nur sehr schwer löslich sind.
Thallium(I)-sulfat, Tl2SO4 (farblos, F 632 °C), löst sich nur mäßig, während die Löslichkeit von Thallium(I)-nitrat, TlNO3 (farblos, F 206 °C) beim Erwärmen außerordentlich stark zunimmt.
Thallium(III)-verbindungen: ebenfalls stark giftig. Thallium(III)-oxid, Tl2O3, dunkelbraun bis schwarz, gibt beim Erhitzen Sauerstoff ab. Es ist wie das rotbraune Thallium(III)-oxidhydrat, Tl2O3 · x H2O , nur schwach basisch, so daß Thallium(III)-lösungen schwach sauer reagieren.
Nachweis der Thalliumverbindungen: intensiv grüne Flammenfärbung.
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