13.4
| Gallium, Indium, Thallium und ihre Verbindungen
|
|
|
Gallium, Ga [von "Gallien" Frankreich];
entdeckt
1875 durch PAUL-EMILE
LECOQ DE BOISBAUDRAN
(Frankreich); vorausgesagt 1871 durch DIMITRIJ MENDELEJEW. Sehr selten;
wesentlich teurer als Gold.
Herstellung aus Bauxiten durch Elektrolyse
alkalischer Lösungen an Quecksilberkatoden. Silberglänzend; neigt stark zur
Unterkühlung;
Verwendung zur Herstellung von Halbleitersubstanzen
(Galliumarsenid u.a.) und zum Dotieren
von Halbleitern;
Wegen
seines niedrigen Schmelzpunktes (30 °C; schmilzt in der Hand) und hohen
Siedepunktes (2403 °C) es eignet sich auch als Thermometerflüssigkeit
(Quarzinstrumente);
Gallium-Aluminium-Legierungen mit wenig Aluminium sind flüssig und
reagieren
mit Wasser ähnlich heftig wie Natrium. Siehe auch Tabelle 13-1.
Galliumverbindungen: meist farblos.
- Gallium(III)-chlorid, GaCl3
(F 78 °C, Kp 201 °C),
- hydrolysiert stark mit Wasser und bildet an feuchter Luft
Chlorwasserstoffnebel.
- Gallium(III)-oxid,
Ga2O3,
- weiß (F 1725 °C), wird wie Aluminiumoxid,
Al2O3, beim Glühen säureunlöslich.
-
Gallium(III)-hydroxid,
Ga(OH)3,
- fällt als weißes, amphoteres Oxidhydrat aus
Galliumsalzlösungen durch Alkalien; in deren Überschuß löst es
sich zu
Gallaten , z.B.
Natriumgallat, Na[Ga(OH)4]. Beim
Erhitzen geht Gallium(III)-hydroxid in Galliumoxid über.
- Gallium(III)-sulfid,
Ga2S3,
- synthetisch hergestellt, ist gelb und reagiert wie
Al2S3 mit Wasser unter Abspaltung von Schwefelwasserstoff.
-
Galliumarsenid, GaAs,
- ist der Prototyp einer
III-V-Verbindung, d.h. einer Verbindung
zwischen Elementen der III. und der V. Hauptgruppe mit Halbleitereigenschaften.
Ein Galliumatom und ein Arsenatom liefern ebenso viele Valenzelektronen
(3 + 5 = 8) wie zwei Atome des
dazwischen in der IV. Hauptgruppe stehenden Germaniums (4 + 4 = 8), und da
die Kristallgitter übereinstimmen, resultieren analoge Eigenschaften
hinsichtlich der elektrischen Leitfähigkeit.
Weitere III-V-Verbindungen
sind z.B.
Aluminiumantimonid (AlSb),
Galliumphosphid (GaP),
Galliumantimonid (GaSb),
Indiumphosphid (InP),
Indiumantimonid (InSb) u.a.
Die
III-V-Verbindungen werden aus extrem vorgereinigten Elementen erschmolzen,
durch Zonenschmelzen gereinigt und gezielt mit Spuren anderer Elemente (z.B.
Magnesium, Tellur) dotiert.
Indium
Thallium